Kirgistan 27.Juli 2010

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Sary Tash – Bishkek

 

Nach Sary Tash steigt die Strasse sofort zum Taldyk Pass. Auf 3615 m. Während der ganzen Strecke wird an der Strasse gearbeitet.

 

 

Ich komme nur sehr langsam vorwärts, obwohl es keine Dellen in der Naturstrasse hat. Kaum gedacht, fängt es mit den Löchern an!! Für eine Strecke von 97 km brauche ich fast drei Stunden. Dafür werde ich mit einer tollen Aussicht belohnt. Ab Gülchö neue, gute, asphaltierte Strasse. Welch eine Ruhe im Auto und kein erbarmungsloses Geschüttel!!! Herrlich!! :)

 

 

Immer wieder spazieren oder schlafen Esel, Hunde oder Kälber auf der Strasse,

 

Yurten auf dem Chyrchyk Pass

 

 

In der Ebene fällt mir auf wie grün es hier ist. Ich habe das Gefühl schon länger keine Bäume oder grüne Felder gesehen zu habe, und ich geniesse diesen Anblick von unzähligen Sonnenblumen-, Mais- und Weizenfelder, Tomatenplantagen, Aprikosen- und Apfelbäume.

für Danielle
für Danielle

 

 

Osh umfahre ich und in Jalalabad mache ich Halt. Ich bin müde von dieser Fahrt. Bei der Einfahrt in Jalalabad fällt mir eine hohe Polizeipräsenz auf. Es erscheint mir aber ruhig. Lediglich vereinzelte, abgebrannte, mit Einschusslöcher zerstörte Häuser, zeugen von den kürzlichen Unruhen. Die Menschen gehen ihren gewohnten Gang. Der Bazar ist belebt die Strassen und der Park sind voller Menschen.

 

 

Seit langem nehme ich mir wieder einmal ein Hotelzimmer. Ich brauche einen Raum ohne Staub. Den Landi habe ich heute bei einer Garage waschen lassen. Zwei Jungs haben sich wirklich Mühe gegeben. Innen muss ich noch putzen! Sobald ich nur eine Autotüre zumache muss ich niessen. Der Staub ist überall!!!!! Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Worte jemals aussprechen würde, aber jetzt ist es soweit: ich wünschte mir einen Staubsauger :)

 

 

29.7.

 

Erst beim Verlassen von Jalalabad achte ich, dass ganze Quartiere abgebrannt sind. Viele Ruinen werden noch bewohnt. Ein grosses Haus, vielleicht ehemaliges Regierungsgebäude, mit zerbeultem, verzierten Eisenzaun, abgebranntes Dach, zerbrochene Fenster, viele Einschusslöcher in den Aussenmauern. Aber ich sehe hinter Spitzenvorhänge an zerbrochenen Fenster, verschiedene Orchideenpflanzen. Das Leben geht weiter!!

 

Schade spreche ich kein russisch und im Hotel sprach niemand englisch, so konnte ich nicht nach der jetzigen Situation fragen, oder wie die Menschen hier diese Tage erlebt haben.

Kurz nach Jalalabad sind etliche Cafes an der Strasse. Hier kann ich frühstücken. Dies habe ich in Tajikistan so nie gesehen. Hier sind die Frauen westlich angezogen, und die Männer tragen oft ihren traditionellen, weissen Filzhut. Der Verkehr auf den Strassen hat seit Jalalabad rapid zugenommen. Viele Mercedes und Audi. Ich bin das gar nicht mehr gewohnt!!!! Hier wird auf keine Geschwindigkeitsbegrenzung geachtet. Die Devise: das Letzte aus dem Auto herausholen. Ich werde von einem Merz überholt, leider ist da genau ein Buckel, und er verliert seinen Auspuff mit Topf. Pech!

 

 

Ein Beispiel für Claudia und Lydia: so könnte man auch Heu laden:)

 

 

Die Fergana Gegend ist sehr fruchtbar. An der Strasse kaufe ich mir verschiedene Früchte. Birnen, Pfirsiche, Trauben und eine Melone für umgerechnet 1.-$.

 

Dem Toktogul entlang

 

 

Auf einmal sehe ich eine schöne Stelle zum picknicken. Es gefällt mir hier und ich entscheide mich für die Nacht zu bleiben. Den ganzen Nachmittag döse oder lese ich. Viele Einheimische kommen zum Baden.

 

 

Eine Schulklasse mit vier Lehrerinnen ist auch hier zum schwimmen. Wir unterhalten uns auf englisch und mit Zeichensprache. Mit einem Taxi fahren sie nach Hause. Vier Erwachsene acht Kinder und der Fahrer!!!! Ich habe es wirklich gesehen wie sie eingestiegen sind!!!!

 

 

Am Abend und früh Morgens hat es keine Menschen. Das Wasser ist angenehm und ich geniesse es zu schwimmen.

 

30.7.

Heute fahre ich dem Stausee entlang. Das Wasser wechselt die Farbe von grünblau zu blau zu grün. Es ist eine sehr schöne Schluchtstrasse.

 

 

Ca 5 km nach dem Ort Toktogul halte ich im Café Meder an. Ein Gewitter zieht auf, und ich entschliesse mich für die Nacht hier zu bleiben. Ich habe einen schönen Platz an einem Wildbach.

Im Restaurant wird für ein Fest vorbereitet. Schade es regnet!! Seit ich in Kirgistan bin, hat es schon einige Male geregnet. Fast schon wie in der Schweiz:)

 

Das letzte Teilstück nach Bishkek beginnt mit Regen. Laut Reiseführer soll es eine sehr schöne Strecke sein über den Al....Pass. Trotz dem schlechten Wetter, sehr beeindruckend. Anfangs Pass sehe ich viele Bienenkästen. Die Einheimischen verkaufen ihren Honig an kleinen Marktständen.

Die Passstrasse ist schön breit und ich kann sogar mit dem Landrover in rechtem Tempo die Kurven ziehen:) Unterwegs hält mich ein Lastwagenfahrer an. Er hat eine Panne und bittet mich seinen Sohn nach Bishkek mitzunehmen um Ersatzteile zu holen.. Klar nehme ich ihn mit. Es sind noch 195 km bis Bishkek. Der junge Mann fragt nach Musik, meine CD gefällt ihm anscheinend nicht besonders, denn er beginnt kirgiesische Lieder zu singen. Er hat eine schöne Stimme. Auf einmal schläft er ein.

 

 

 

In Bishkek möchte ich mein kirgiesisches Visa verlängern und ein Visa für Kasachstan beantragen. Dies wird einige Tage in Anspruch nehmen, und ich nutze die Zeit um einige Ausflüge zu machen.

 

 

Vielen lieben Dank an alle die mir geschrieben haben und die manchmal an mich denken:) ein lieber Gruss aus Bishkek von mir.

 

Bishkek

 

Bishkek, die Hauptstadt Kirgistans, hat mehrere Hochhäuser, Trolleybusse, viele Restaurants und Bars. Bishkek lächelt während des Tages, nach dem Eindunkeln wird es gefährlich alleine herum zu laufen. Was ich natürlich auch unterlasse:) 

 

 

Die Hektik, der Verkehr, schräge Gesichter hinter getönten Autoscheiben. Wo ich hinschaue nur Mercedes. Wer sein altes Auto verkaufen will, muss nach Kirgistan.

Mein kirgiesisches Visum konnte ich für 14 Tage verlängern und das Kasachstan Visum beantragen. Bis dieses ausgestellt ist, will ich zum Issyk-KöL (See) fahren. Der zweitgrösste Alpinsee nach dem Titicacasee.

Im Supermarkt staune ich, was man so alles in einem Supermarkt kaufen kann. Wie schnell hatte ich mich an das einfache Leben, die kleinen Bazare gewöhnt, und ich brauche etwas Zeit mich wieder zurecht zu finden.

Auf was ich mich freue: wieder einmal richtig dunkles Brot zu essen, schmeckt einfach vorzüglich. Einen Apfelstrudel mit Latte Macchiato, himmlisch!! Doch trotz allem, hat mir die Ruhe im Pamir besser gefallen!

Wegen geschlossenem Museum gehe ich ins Kino. Ein 3D Disneyfilm „Hunde gegen Katzen“ oder so etwas. War ganz lustig. Ein Kinderfilm kann ich auf russisch gerade noch verstehen. Als die Kinder schon auf ihren Plätze sitzen, wird ein Horror Vorfilm über Piraniaangriffe auf Badende an einem Strand in den USA gezeigt. Da wird wohl etliches Kind in der nächsten Zeit schlecht schlafen.

 

Issyk-Köl

 

Auf der Nordseite des Sees sind berühmte Badeorte für reiche Russen, Kasaken und Kirgiesen. Die Südseite ist ruhiger und wird mehr von Trekkingtouristen besucht. Ich entscheide mich für diese paar Tage, Badeurlaub zu machen und an die Nordseite zu fahren.

Wegen den Unruhen sind momentan nur wenige Touristen aus Kasachstan hier. In Cholpan-Ata , grösster Kurort, stehen Hauseigentümer an der Strasse mit Plakaten, um ihre Zimmer oder Wohnungen zu vermieten. Ich finde eine freundliche Familie. Anja, die Nichte spricht sehr gut deutsch. Sie ist aus Bishkek mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Töchtern bei der Tante zu Besuch.

Ich bekomme ein Zimmer mit Seesicht.

 

 

 

Für mich gibt es einige Arbeiten zu erledigen. Das Auto innen gründlich putzen, Mein Optimus Benzin Kocher revidieren. Das Innenzelt kontrollieren, neue Autobatterie organisieren.

 

Natürlich hole ich mir am ersten Tag einen Sonnenbrand:) Wie könnte es auch anders sein! Das Wasser ist angenehm, etwas salzig und hat viele Fische. Diese werden im Bazar und an der Strasse verkauft, entweder frisch oder geräucht.

 

 

Anja zeigt mir den Bazar, führt mich herum. Wir essen verschiedene traditionelle Gerichte und Getränke, schmecken sehr gut.

 

 

In Bishkek ist inzwischen eine Demonstration, welche am Donnerstag angesagt war, verboten worden. Es stehen Panzer vor der Stadt und die Demonstranten werden nicht in die Stadt reingelassen. Der Anführer wurde verhaftet, Er hatte Granaten, Gewehre und Munition dabei. Der Drahtzieher sei der Ex-Präsident, wird gemunkelt.

Es ist interessant mit Anja und ihrem Mann zu sprechen, ihre Meinung zu hören über die jetzige Situation in Kirgistan. Die Unzufriedenheit über den ehemaligen Präsidenten macht sich bemerkbar. Korruption und Vetternwirtschaft waren an der Tagesordnung. Es kann nur besser werden, meinen sie

 

Seit einem Tag regnet es ununterbrochen, da fahren wir zusammen zum nächsten Kurort am See, nach Bosteri. Wir übernachten in einem ehemaligen Soviet Sanatorium, welches jetzt als Erholungszentrum genutzt wird.

Cottagehouse im Erholungscenter
Cottagehouse im Erholungscenter

 

 

In der Sowiet-Zeit reihten sich die Gesundheitspas mit Gästen von der ganzen UdSSR. Dieser Tourismus brach gleichzeitig mit der Sowietunion zusammen. Dank reichen Geldgebern aus Kasachstan blüht das Geschäft mit den Spas wieder auf. Nur dieses Jahr, nach den Unruhen, bleiben die Touristen aus Kasachstan und Russland aus.

 

 

Viele kirgiesische, vor allem junge Touristen verbringen ihre Ferien hier. Der Strand ist voller Attraktionen, am Abend Disco und am Morgen um 9.00 Uhr herrscht schon wieder Hochbetrieb.

 

 

Am nächsten Tag fahre ich wieder zurück nach Bishkek. Ich muss meinen Pass von der Botschaft abholen und möchte danach in die Berge fahren.

 

 

 

Ala-Archa Tal

 

Südlich von Bishkek liegt der Ala-Archa Canyon. Irgendwie kommt mir das bekannt vor und

 

NEIN ich bin nicht in der Schweiz!!!!

 

 

 

Leider werde ich drei Mal verregnet!!!!

 

Schöner Brauch in ganz Asien. An einem speziellen Baum, an den Ästen, wird irgend ein Stück Tuch (manchmal sieht man sogar BH-Träger) mit einem Wunsch umgebunden.

 

Habe natürlich auch gemacht :)

 

Einsamkeit ist der Weg, auf dem das Schicksal den Menschen zu sich selber führen will.“

                                                               Hermann Hesse

 

 

 

Kochkor - Song Köl - Tash Rabat – Kochkor 10.8. - 13.8.

 

Kochkor liegt ca 3 Stunden südlich von Bishkek entfernt. Unterwegs sehe ich diese Tafel am Strassenrand

 

 

Ich habe gelesen, dass H.P. Pleisch beim Aufbau dieses Skigebietes dabei war. Also biege ich mal ab und möchte es anschauen. Leider sehe ich nur aus der Ferne einen Skilift auf einem Hügel, denn ich finde wirklich nicht die Anfahrt. Vielleicht versuche ich es nochmals wenn ich nach Bishkek zurückfahre.

Orto-Tokoy See
Orto-Tokoy See

 

 

Bis kurz vor dem See Issyk-Köl muss ich die gleich stark befahrene Strasse nehmen, wie letztes Mal. 40 km vor dem See biege ich rechts ab und fahre über eine Abkürzung. (Ich liebe Abkürzungen) und von diesem Moment an gefällt es mir in Kirgistan!!

 

 

Hier in Kochkor schlafe ich bei einer sehr netten Familie. Zulfia spricht kein englisch, ist aber eine wunderbare Köchin. Ihre 4 Kinder lernen englisch in der Schule.

Tina und Ben
Tina und Ben

 

 

11.8. Song-Köl

 

Es führen vier verschiedene Strassen zum Song-Köl. Zwei vom Osten, eine vom Süden und eine vom Westen. Auf meiner Strassenkarte ist nur eine eingezeichnet.

Unterwegs begegne ich einem belgischen Paar, welches mit dem Fahrrad von eben diesem See herkommt. Es ist immer schön andere Touristen zu treffen und Neuigkeiten auszutauschen. Bei meiner Abfahrt bat ich Zulfia um heisses Wasser in meine Thermoskanne und so können wir auf dem Parkplatz Kaffee trinken.

 

 

Einige Kilometer später sehe ich einen Landrover und ein anderer Geländewagen auf einem Parkplatz stehen. Wieder halte ich an. Es sind 2 holländische Familien. Sie haben eine ähnliche Route wie ich genommen, aber das alles in 5 Wochen und in einer Woche müssen sie wieder in Holland sein. Na, da bin ich froh, dass ich etwas mehr Zeit habe :):)

 

 

Wie von den Belgiern empfohlen nehme ich die 2. Weststrasse zum See. Über einen Pass

 

 

Ups, falsche Abzweigung erwischt. Egal, die Aussicht ist grandios!

Zwei Reiter zeigen mir den Weg.

 

Ich sage euch, dieses Gefühl hier oben zu sitzen, Mittagessen mit so einer Aussicht!! Was will ich mehr?

 

 

Es sollen hier viele verschiedene Heilpflanzen wachsen. Manchmal scheint es mir als ob ein Blumenteppich über die Berge gelegt wurde.

 

 

Strasse der 39 Kurven (so heisst sie wirklich) Hier brauche ich den Geländegang, denn die Strasse gleicht zum Teil einer Geröllhalde.

 

 

Jetzt komme ich auf eine Ebene und ich fahre an vielen verschiedenen Yurten vorbei. Diese Bauern aus dem Kochkor Tal verbringen den Sommer mit ihren Tieren auf dieser Höhe. Viele Pferde, Schafe, Ziegen, Kühe und sogar Kamele. Die Milch wird zu verschiedenen Produkten verarbeitet.

Song-Köl 3016m
Song-Köl 3016m

 

 

Während ich dem See entlang fahre überhole ich einen französischen Velofahrer. Während dem Fahren unterhalten wir uns ein wenig. Leider hat er keine sehr guten Erfahrungen in Kirgistan gemacht. In Balykchy wurde ihm eine Velotasche und in einer Yurte 250.-$ gestohlen während er reiten war. Er hat jetzt die Nase voll und will so schnell wie möglich nach China.

 

Mir gefällt es und ich bleibe hier.

 

 

Es ist so friedlich und ruhig! Ich nehme mir ein Pferd und reite eine Stunde herum. Zum Heuschnupfen und der Stauballergie!?!?! kommt jetzt noch Pferdeallergie. Ist mir eigentlich ganz gleich, denn es hat Spass gemacht. Ich schlafe im Auto, in der Yurte hat es mir zu viele Pferdehaare.

 

Verdickter Kefir wird zum Trocknen an die Sonne gelegt und später daraus kleine Kugeln zum essen geformt. Diese Kugeln kann man in Bazaren oder an der Strasse kaufen, schmecken nicht schlecht!!

 

Ich kann es kaum glauben, ich stehe in einem Edelweissfeld!!!

 

 

Kurz vor dem Nachtessen sehe ich das. Meinem Hinterrad geht die Luft aus!!!!

 

Was soll's! Übergwändli an, und Pneu wechseln.

 

 

Ist zwar kein Weltrekord, aber in einer halben Stunde habe ich es geschafft, sogar mit Hände waschen, pünktlich fürs Nachtessen. Zur Belohnung sehe ich diesen schönen Sonnenuntergang und bekomme zum Dessert frisches Yoghurt mit Aprikosenkompott!!

 

 

Diese Nacht ist es sternenklar und kalt. Ich bin froh über meinen Daunenschlafsack und ziehe vorsichtshalber eine Mütze zum schlafen an.

 

12.8. Tash Rabat

 

Heute will ich nach Tash Rabat. Nahe der chinesischen Grenze, vor dem Torugart Pass liegt diese alte Karawanserei, ca. 15 km von der Hauptstrasse entfernt.

 

Ich nehme dieses Mal die Südstrasse vom Song-Köl, über den Moldo-Ashuu Pass

Moldo-Ashuu Pass
Moldo-Ashuu Pass

 

 

Es kommt mir fast so vor, als wenn ich von Schlappin (bei mir zu Hause) herunterfahren würde.

 

Von Ak-Tal geht es auf Nebenstrassen nach Baetov. Manchmal habe ich bei Abzweigungen Schwierigkeiten den richtigen Weg zu finden. Selten sind die Nebenstrassen angeschrieben und wenn, dann auf kyrillisch. Am Besten komme ich mit fragen durch. Damit ich diese Strasse finde muss ich das halbe Dorf anfragen. Zuerst muss ich durch ein trockenes Flussbett fahren. Als mir unterwegs ein Jäger, sein Bruder arbeitet in Genf auf der Botschaft, viel Glück für diese Fahrt wünscht, frage ich mich kurz ob ich überhaupt weiter fahren soll!! Manchmal sind die kleinen Nebenstrassen überschwemmt oder ganz einfach abgebrochen, Brücken eingestürzt und unmöglich zu befahren. Ich entscheide mich zu fahren, denn ich habe genug Diesel, genug zu essen und auch Wasser.

Zum Baibiche Pass
Zum Baibiche Pass
noch nicht ganz oben
noch nicht ganz oben
Passhöhe
Passhöhe

 

Oynak-Jar Pass

 

 

Unterwegs treffe ich auf eine Gruppe Franzosen mit einem russischen Fahrer. Sie sind am picknicken und wir wechseln einige Worte. Nach einem kleinen Verfahrer, falsche Abzweigung in einem Flussbett, bin ich froh, dass ich dem Russen ein Stück nachfahren kann.

 

 

Endlich die Strasse zum Torugart Pass, nach China. Sie ist staubig, breite, eine Naturstrasse. Nach einem Kilometer Richtung Norden biegt die Strasse für Tash Rabat ab.

 

 

In diesem Yurtcamp bleibe ich für die Nacht, nicht weit vor der Karawanserei. Die beiden Schwestern sind sehr freundlich und hilfsbereit. Für das Essen und die Toilettenbenutzung muss ich nur sehr wenig bezahlen.

 

 

Zu Fuss mache ich mich auf die Karawanserei zu besuchen.

Sie stammt aus dem 10. oder 15. Jahrhundert, man weiss es nicht so genau. Tash Rabat musste zu dieser Zeit ein wichtiger Handels- und Durchgangsort der Seidenstrasse gewesen sein. Trotz Restauration durch die Sowjets im 1984, hat es noch im Hauptraum Originalgemäuer.

 

 

Auf dem Rückweg treffe ich auf diese Schönheit, mit Hörner. Edelweiss und Enziane.

 

 

13.8.Kochkor

 

Die Rückfahrt von Tash Rabat nach Kochkor ist etwas staubiger als was ich mir vorgestellt habe. Es wird an vielen Stellen an der Strasse gearbeitet.

Da der Landrover bekanntlich nicht hermetisch abschliesst, habe ich etwa gleich viel Staub drinnen wie draussen.

 

 

In Kochkor lasse ich als Erstes meinen Pneu in einem kleinen Geschäft, vom russischen Fahrer empfohlen, reparieren. Er hat ein rechtes Loch abbekommen. Danach fahre ich wieder zu Zulfia's Haus. Sie bereitet frische Nudeln für das Nachtessen vor!

 

 

14.8. Karakol

 

Karakol liegt am Ostende des Issy-Köl. Dieses Mal fahre ich der Südseite entlang. Es regnet den ganzen Tag. Die Luft ist sauber und die Farben sehen wie frisch gewaschen aus. Irgendwo an einem Strand trinke ich Kaffee, nur kurz, denn es beginnt wieder stärker zu regnen an. Die Kirgiesen nehmen das gelassen und picknicken weiter!! Viele schöne Strände dem ganzen See entlang.

 

 

In Karakol finde ich zufälligerweise das Marzey's Guesthouse. Marzey ist eine Iranerin , welche mit einem Schweizer verheiratet ist. Sie arbeiteten früher für Helvetas und lebten einige Jahre hier in Karakol, bauten sich dieses Haus und heute wird es als Guesthouse benutzt und Marzey kommt jeden Sommer aus der Schweiz mit ihrer kleinen Tochter hierher. Weil ich Schweizerin bin bekomme ich einen Spezialpreis. Merci!!!

 

 

Hier treffe ich auf ein englisches Paar, Béné und Carl, mit Motorräder. Sie haben ihre Reise wie ich auch am 18. April begonnen. Mit anderen Motorradfahrern fahren sie nach China, über den Karakorum Highway nach Pakistan und weiter nach Indien, so wie ich es vor hatte.

 

 

 

Kein Problem, ich kann mit ihnen mitfahren. ABER: mir fehlen die Visas von China, Pakistan und Indien. In so kurzer Zeit unmöglich alles zu beschaffen. Anscheinend ist auch der Karakorum Highway momentan, wegen Hochwasser geschlossen!

Ich bleibe bei meinen Plänen und werde nach Kasachstan reisen.

 

Jeden Sonntag ist in Karakol ein grosser Tiermarkt. Er beginnt um 4.00 Uhr morgens. Das ist uns etwas zu früh!! aber um 8.00 Uhr sind wir auch dort.

 

Pferde werden für das Nationalspiel ausgesucht und ausprobiert.

 

 

Verschiedene Tiertransportmöglichkeiten

 

 

Am Flohmarkt muss ich mir natürlich auch etwas kaufen. Dieser Holzhammer: entweder zur Selbstverteidigung:) oder für die Heringe vom Vorzelt.

 

 

Im Bazar essen wir das Nationalgericht „Ashlanfu“. Kalte Nudeln mit etwas Weissem. Was, weiss ich nicht und möchte es auch gar nicht wissen, und darüber eine sehr pikante Sauce.

 

Erst nach dem Essen laufen wir hier vorbei.

 

 

Karakol ist eine kleine Stadt mit etlichen alten Plattenbauten aus der Sowjet-Zeit, aber auch viele kleine „Lebkuchenhäuschen!“

Katherale von Karakol
Katherale von Karakol
Moschee von Karakol
Moschee von Karakol

 

Sanatoriumerfahrung

 

25 Km von Karakol entfernt liegt das Jeti-Öghüz Tal.

Dieser Felsen wird „Broken Heart“ genannt.

Eine Legende besagt, dass zwei Männer um eine wunderschöne Frau gekämpft haben. Beide starben und dieser Felsen ist ihr gebrochenes Herz.

Broken heart
Broken heart

 

 

In diesem Tal ist noch eines von Issy-Köls erhaltenen Spas. Im 1932 wurde es erbaut, von Boris Yeltsin besucht und der russische Astronaut Yuri Gagarin wurde hier dekomprimiert. Es ist ein Ort voller Geschichten. Seit 1991 geht es aber mit dem Sanatorium leider bergab.

Carl und Béné waren hier für eine Nacht, Freitag den 13. und haben mir einige skurrile Geschichten erzählt.

Klar, dass ich hier auch übernachte.

 

Auf einer Wanderung folge ich Pferdespuren zwischen dem Wald welche zu den roten Felsen führen. Während ich die Aussicht geniesse, gesellt sich ein Hirte zu mir und mit meinem wenigen russisch unterhalten wir uns. Er zeigt mir einen schönen Rückweg und leiht mir sogar seinen Stock.

 

 

Zurück im Sanatorium werde ich schon von der Masseurin erwartet. Frauen in langen weissen Mäntel führen einem hierhin und dorthin.

Eine Körpermassage, einer anderen Art als ich es kenne. Meine Blutzirkulation ist angeregt, das könnt ihr mir glauben. Erstaunlicherweise hat es sogar gut getan. Danach Zimmerbezug und sofort ins Mineralbad. Aber nur 15 Min. Warum nicht länger? keine Ahnung! Hier hat es mehrere Bassins mit verschiedenen Heilwasser, unter anderem auch eines mit Radon!!!!

Nach meiner Rückkehr vom Nachtessen, sieht das Gebäude noch etwas älter und schäbiger aus!!! Ich habe den Film mit Jack Nicholson nicht gesehen, aber..... und leider habe ich keine Türfalle an meiner Zimmertür und kann keine Stuhllehne darunter klemmen:)  Nein, den Holzhammer habe ich nicht mit ins Zimmer genommen:)

 

 

 

Trotz all den Geschichten habe ich wunderbar geschlafen!! Keinen Stromausfall bemerkt, niemand hat an meiner Tür geklopft um mir mit einer Kerze befohlen den Landi um zu parkieren. Aber es war ja auch nicht Freitag der 13.

 

Weiter hinten im Tal. Auf der Alp.

 

 

Da frühstücke ich. Freundlicherweise bekommen ich von einer Frau aus einer Yurte ein Glas Kefir und Doppel doppel Rahm!!! Er ist so dick, dass ich ihn aufs Brot streichen kann.

 

 

Es wird ein gemütlicher Nachmittag. Mehrere Wanderer halten an, trinken mit mir Tee und erzählen Geschichten.

 

 

Zurück in Karakol haben sich mehrere Gäste im Guesthouse eingefunden unter anderem drei spanische Herren, aus San Sebastian, mit einem Landcruiser, voll ausgerüstet. Beim Nachtessen erzählen sie mir von ihren Reisen. Schon im 1979 sind sie durch Afghanistan gefahren, und einer von ihnen hat früher einige Male an Paris – Dakkar mit einem Lastwagen teilgenommen, einmal sogar mit Helikopter, erzählen sie lachend, nach einem Unfall!!

 

 

Interessant wer man so alles trifft auf Reisen.

 

In Karakol bleibe ich einige Tage bevor ich wieder nach Bishkek fahre. Meine Allergien machen mir etwas zu schaffen. Ich habe Probleme mit meinen Augen und muss etwas vorsichtig sein. Augentropfen und Augenkompressen sind sehr beruhigend. Am 20. werde ich nach Bishkek zurück fahren und am 22. die Grenze nach Kasachstan überqueren.

 

Karakol Bishkek 20. August

 

Auf meiner Rückfahrt nach Bishkek, mache ich einen Abstecher zu einer Goldmine. Tipp von Pedro, Juan und José. Muchas gracias. Es war grandios!!

Um zur Goldmine zu gelangen, zweige ich von der Hauptstrasse in ein Tal, dann über einen Pass und auf einer Hochebene. Alles in allem etwa eine dreiviertel Stunde.

 

Die Goldmine gehört einer kanadischen Firma und ist irgendwo im nirgendwo. Die Kanadier haben die Zubringerstrasse zu einer schönen, glatten Piste ausgebaut, was nicht immer vorteilhaft für die Natur ist.

 

 

Lastwagenkonvois bringen Diesel, Lebensmittel, Arbeiter etc. hinauf.

 

 

Vor der Mine hat es einen Checkpoint. Unmöglich vorbei zu kommen. Ich hätte gerne die Goldmine von Nahem gesehen! So drehe ich um und fahre ohne Goldnuggets zurück:)

 

 

Dieser künstliche Erdwall auf dem Foto ist von den Grabungen der Mine.

 

Auch hier, wie fast überall, gehen die Gletscher rasant zurück

 

 

Bei meiner Rückfahrt werde ich auf der Passhöhe angehalten und muss warten, da noch einige Lastwagen vom Konvoi nach oben unterwegs sind, also trinke ich eine Tasse Tee:

 

 

Lawinengefahr!

 

 

 

Am Fuss des Passes befindet sich noch ein Checkpoint. Vorher hat mich der „Soldat“ durch gewunken, jetzt will er Geld von mir. Njet, sage ich, nehme meinen Pass zurück, stelle den Motor ein und warte. Er schaut mich etwas verunsichert an, öffnet aber die Barriere und ich brause los! Beim rein fahren kann man ja noch Geld verlangen, aber beim raus fahren!?!?!

 

 

Warum ein Lastwagen auf dem Podest?? Der andere wird mit Wasser gefüllt um die Strasse zu bewässern, Staubverminderung!

 

 

Bis nach Bishkek muss ich noch 3 Stunden fahren. Zwischendurch mache ich ein picknick an einem schönen Strand.

 

Unterwegs gesehen!