Turkmenistan

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Quchan - Ashgabat

 

Vor der Abfahrt bekomme ich noch Cay und fahre los. Es ist eine wilde, schöne Gegend Ca. 80 km bis zum Zoll. Die Strasse ist zu Beginn neu und schön. Kaum denke ich das, werde ich auf die alte Strasse umgeleitet und die ist verlöchert, gewellt und schief. Manche Lastwagen stehen am Strassenrand und reparieren ihren LKW.

Um 10.30 Uhr bin ich am iranischen Zoll. Es geht zügig vorwärts. Alle sind sehr freundlich.Nach einigen Stempel, Formular ausfüllen Computer checken kann ich in Turkmenistan einfahren.

Man merkt sofort, dass es einen anderen Menschenschlag ist. Aber auch hier sind sie sehr freundlich. 1 Stunde Formulare hier, Formulare da, Pass stempel hier, Dollars da. Zum Glück ist der Herr von dem Reisebüro hier um mir zu helfen. Er bringt mich da und dorthin. Endlich habe ich alle Stempel zusammen und mit dem Herr fahre ich durchs No mans land. Ich weiss nicht wieviele Kilometer. Das ist so, weil früher die Grenze von UdSSR und Iran war. Immer genügend Platz zwischen 2 Fronten!

Jetzt muss ich nur noch mein Pass zeigen und ich fahre dem Reisebüro Herrn nach der mittlerweilen in sein Auto gestiegen ist.

Ashgabat liegt ganz nahe an der Grenze. Als Erstes fahren wir durch einen grossen Bogen (wie Arc de Triomphe in Paris) nur ist dieser nicht alt. Diese Stadt wurde von vielen Erdbeben heimgesucht, letztes 1948, Heute gehört sie zu den modernsten in Zentralasiens. Viele, schöne Neubauten, erdbebensicher gebaut, mit viel Glas, grosse Säulen, schattige Alleen, Parks und Springbrunnen sind ein grosser Gegensatz zu der nahezu vegetationslosen Umgebung. Turkmenistan hat viel Erdgas und auch Erdöl, grosse Baumwollplantagen aber auch vier grosse Hochschulen (Technik, Medizin, Pädagogik und Landwirtschaft).

Bis zum Hotel, ehemals Sheraton, sehe ich kein einziges Geschäft, Markt oder Lebensmittelladen. Wie wenn die Menschen hier nichts essen würden!

Heute Abend treffe ich mein Guide. Es ist eine Frau und sie heisst Janette!

 

Wegen den Unruhen in Kirgistan habe ich gehört. Ich warte mal ab bis in Usbekistan um zu sehen wie die Lage ist, ansonsten muss ich meine Route ändern.

 

Ashgabat

 

Um 20 Uhr holt mich Janette ab. Sie ist eine sympatische junge Frau und spricht sehr gut englisch. Mit dem Landrover machen wir eine kleine Stadtrundfahrt.

Sie erzählt mir viel über die Stadt und die Turkmenen im allgemeinen, wie freundlich und gastfreundlich, grossherzig …... sie seien, aber im nachhinein bin ich sicher sie war nie im Iran und weiss gar nicht was richtige Gastfreundschaft bedeutet.

 

Über all dieses Gerede überfahre ich ein Rotlicht. Ein (netter) Polizist am Strassenrand schaut mich nur fragend an, aber ich bin schon weg!!

Ich komme mir vor wie in Las Vegas, ausser dass es keine Hotels oder Casinos sind sondern Eigentumswohnungen von Firmen. Wer 5 Jahre bei einer staatlichen Firma arbeitet, kann sich für wenig Geld eine solche Wohnung kaufen. Aber wer in einem staatlichen Betrieb arbeitet wird auch staatlich kontrolliert!!!

 

Eine nächste Polizeikontrolle. Der Polizist grüsst nicht, kein Lächeln. Er sieht aus als ob er heute enterbt worden wäre, seine Frau ihn verlassen hätte und der Job gekündigt wurde. Ein wirklich echter Polizist. Mir ist das egal, ich lächle und gib ihm meine Papiere. Er schaut sie sich an, gibt sie zurück ohne ein Wort und winkt mich weg wie eine lästige Fliege!!! Schon da denke ich: zum Glück nur noch 2 Tage in Turkmenistan.

 

 

Ashgabat – Mary – Merw – Turkmenabad 14.6. - 16.6.

 

Um 8.00 Uhr fahren wir los, Richtung Mary. Es sind zwar nur 320 Km, aber Janette meint, dass wir den ganzen Tag dafür brauchen werden!

Aus Ashgabat heraus sehr schöne, breite Strasse, wie alle hier, nach einigen Kilometer ändert sich das, und es wird zu einer Schüttelfahrt und dazu kommt: ein Polizist hält uns an - zu schnell gefahren. 75 Std/km anstelle von 60 Std/km. Janette und ich haben keine Tafel gesehen!!! Janette verhandelt mit dem Polizisten ungefähr 20 Minunten. Es war ein harter Broken, sagt sie. Schlussendlich zahle ich 20 Manat, ca 7.- $ und wir können weiter, ansonsten hätten wir zurück nach Ashgabat fahren müssen und jenste Bürokratie über uns ergehen lassen um meinen Fahrausweis wieder zu bekommen. Janette hat das gut gemacht!!

 

Ich passe jetzt auf, den die Verkehrsregeln sind sehr strikt und kompliziert. Etliche Polizeikontrollen, einige kontrollieren meine Papiere, andere lassen mich weiterfahren. Ich bin 1 Monat durch Iran gefahren und hatte nie Probleme. Hier in Turkmenistan bin ich noch keine 24 Stunden, habe etliche Dollars für diese Transitfahrt bezahlt, am Zoll verlangten sie Dollars für Dieselzuschlag, Dollars für Versicherung, Dollars, Dollars, Dollars......

 

So schlechte Strasse, wohlgemerkt die Hauptachse zwischen West und Ost, bin ich noch nie gefahren!!! Löcher, Wellen, Gleise..... von den schweren Lastwagen. Es braucht volle Konzentration um zu fahren, auf der ganzen Strecke habe ich kein einziges Strassenschild gesehen. Da es nur diese Strasse gibt braucht es keine! Die neue Strasse ist in Bearbeitung.

Auf einmal steht Umleitung wegen einem Brückenbau. Wir fahren hinter einem Lastwagen durch die Pampa. Der Landrover ist voller roter Staub. Beim Mittagessen in einem Cafe an der Strasse, das waren sehr freundliche Menschen, wird mein Auto von 2 Jungs gewaschen. Merci!!

 

 

Um 17.00 Uhr kommen wir in Mary an. Diese Stadt erinnert mich an sowjet Städte. Breite Strassen, wenig Menschen, Plattenbauten, uralte sowjetische Buse, Motorräder, Autos und Lastwagen. Ernste Gesichter, Frauen welche Strassen säubern, selten ein Lächeln! Es ist ein totaler Unterschied zu Iran. Dort meistens ein Lächeln, wenn auch nur scheu, Strassenchaos, Lärm, Hupen, Pfeifen, es lebt. Hier empfinde ich es als unwirklich, ohne Lebensfreude, steril!

Nach 2 Biere kann ich auch gut schlafen, denn ich bin echt erledigt!!

 

Wir fahren wieder um 8.00 Uhr ab. Janette versichert mir, dass die Strasse nur noch besser wird . Wir fahren 30 km östlich zu den Ruinen von Merv, Weltkulturerbe. Das Ruinenfeld ist 120 km² gross. Ich erlaube Janette eine Stunde Führung, mehr nicht, da ich noch etliche Kilometer fahren muss, über die Grenze und nach Buchara. Dies möchte ich alles noch bei Tageslicht bewältigen.

 

Kis Kale, die Jungfrauenfestung

Moschee Ausgrabung
Moschee Ausgrabung
alleine auf weiter Flur
alleine auf weiter Flur
Pilgerort
Pilgerort

 

 

Die Strasse zwischen Merv und Turkmenabad ist wirklich besser. Sie ist neu, hat aber schon Rillen und Dellen!!! Ich habe das Gefühl, im Strassenbau sind die Turkmenen nicht so ausgebildet, denn ich bin sicher, dass in einem Jahr diese Strasse wieder katastophal aussehen wird.

Es ist eine monotone Fahrt durch die Wüste. Ab und zu ein Erdhörnchen oder ein Zimzim (grosse Eidechse) überqueren die Strasse. Wenig Autos und es ist heiß. Janette kämpft gegen den Schlaf, aber er übermannt sie. Um zwei Uhr sind wir an der Grenze. Janette hilft mir noch mit den Formalitäten. Merci!

Das gleiche Prozedere. Stempfel da, Unterschrift dort, noch ein Stempfel, Formular ausfüllen?!?!?!? nochmals, weil ich am falschen Ort geschrieben habe. (Die Fragen sind in russisch) und endlich kann ich rüberfahren zu den Usbeken.